Chronik

Kurzchronik
Die Freiwillige Feuerwehr Nußdorf wurde im Jahr 1871 gegründet. Nachfolgend haben wir die bedeutendsten Ereignisse der mehr als 135-jährigen Vereinsgeschichte in einer Kurzchronik zusammengefasst.
Am 1. Juli 1871 gründet die Landgemeinde Nußdorf eine eigene Feuerwehr. Die älteste noch vorhandene Mitgliederliste (aus 1890) nennt Sebastian Angerer aus Nußdorf als einen von fünf Gründungsmitgliedern. Der Ökonom und Bürgermeister wird zum Kommandant gewählt. Die ersten Anschaffungen für die neugegründete Feuerwehr waren eine Feuerlöschmaschine, die von Pferden gezogen wird und vier Feuerleitern.

Am 21. Juli 1886 steht die Villa des Arztes Dr. Gebhard in Sondermoning in Flammen. Von diesem Unglück geprägt, bemühen sich der Arzt und der Lehrer Uffinger aus Hart um die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr in Sondermoning. Diese wird am 2. November 1886 gegründet. Im Jahr 1897 wird der Feuerwehr Nußdorf vom Bauern “Burger aus Herbsdorf” eine Fahne gestiftet. Die Bedingung des Stifters ist es, eine offizielle Fahnenweihe abzuhalten. Die Feuerwehr befürchtet aber in Schulden zu geraten und will auf ein Fest mit Fahnenweihe verzichten. Schließlich überlegen es sich die Feuerwehrler doch noch anders und die Fahnen- weihe wird zu einem schönen Fest.
Am 6. Juni 1949 werden die Feuerwehren Nußdorf und Sondermoning bei einer außer- ordentlichen Generalversammlung wieder gegründet. Der 2. Weltkrieg und die gesellschaftlichen Veränderungen machten dies notwendig. Zwei Jahre später wird der Spritzenfahrdienst wieder eingeführt. Jeder Fahrzeughalter, der ein geeignetes Zugfahrzeug besitzt, übernimmt für ein Jahr den Fahrdienst. Die Wehr zählt einschließlich der Ehrenmitglieder 75 Personen.

Am 4. Juli 1957 verunglückt der Bauernsohn Alois Stöckl (23) auf der Anfahrt zu einem Brand in Voging bei Erlstätt. Er prallte mit seinem Motorrad gegen einen Baum und wird getötet. Über die Beerdigung des jungen Feuerwehrmannes schrieb das “Traunsteiner Wochenblatt:” “Den Hinterbliebenen mag es Trost sein, dass ihr Alois in höchst anerkennenswerter Weise sein Leben für andere eingesetzt hat.”
1958 muss das Gerätehaus abgerissen werden. Es muss dem Bau der Verbindungsstraße von Nußdorf nach Mögstetten weichen. Wegen der angespannten Finanzlage der Gemeinde kann ein Neubau noch nicht erfolgen. Zur provisorischen Unterbringung der Feuerwehrgeräte wird eine Wellblechgarage neben dem Friedhof an der Pfarrkirche aufgestellt. Erst im Oktober 1966 wird das neue, geräumige Feuerwehrgerätehaus in der Ortsmitte offiziell übergeben.
Am 3. und 4. Juli 1971 feiert die Feuerwehr Nußdorf ihr 100-jähriges Gründungsfest.
83 Vereine aus dem südostbayerischen Raum nehmen daran teil. Am Festtag wird die neue Vereinsfahne geweiht. Beim Festzug durch den Ort wird auch die 100 Jahre alte, noch verwendungsfähige Saug- und Druckpumpe mitgeführt.
Bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung der Feuerwehr Sondermoning am 9. August 1978 wird folgender Beschluss gefasst: Wenn der Gemeinderat Nußdorf dem Kauf eines Löschfahrzeuges LF 8 zustimmt, werden die Feuerwehren Sondermoning und Nußdorf zu einer gemeinsamen Wehr vereint. Wenige Tage später beschließt der Gemeinderat die Neuanschaffung. Dieser Beschluss war Grundlage dafür, dass sich die selbständige Feuerwehr Sondermoning der Freiwilligen Feuerwehr Nußdorf anschloss. Nach 92-jährigem Bestehen wird die Ortsfeuerwehr Sondermoning aufgelöst.
Bei der Jahreshauptversammlung am 6. Januar 1983 wird bekannt gemacht, dass die Gemeinde ein zweites Löschfahrzeug anschaffen wird. Das beinahe 22 Jahre alte Fahrzeug, genannt „Zamperl,“ muss ersetzt werden. Am 28. August 1984 dass neue Tragkraftspritzenfahrzeug eingeweiht. Bürgermeister Ludwig Kroiß sagte bei der Fahrzeugübergabe: “Einer erstklassigen Wehr muss auch erstklassiges Gerät zur Verfügung stehen.” Mit über 100 Jahre alten Löschgeräten wurde eine historische Übung abgehalten, bei der auch die erste “Löschmaschine” der Nußdorfer Wehr aus dem Jahr 1871 zum Einsatz kam.

Im Zuge des Rathausneubaus wird auch das Feuerwehrgerätehaus saniert und erweitert. Am 17. November 1986 wird das neue, größere Gerätehaus offiziell seiner Bestimmung übergeben.
Am 1. Februar 1990 wird die Feuerwehr Nußdorf zu einem grauenvollen Verkehrsunfall auf die Bundesstraße 304 bei Herbsdorf gerufen. Bei einem Frontalzusammenstoß mit einem Lkw verbrennen vier jungen Männer im Wrack ihres Fahrzeug. Der Feuerwehr bleibt nur noch die traurige Pflicht die Fahrzeugwracks zu löschen.

Am 21. Februar 1992 rückt die Feuerwehr zu einem Verkehrsunfall auf der Staatsstraße 2096 bei Weidboden aus. Ein LKW kommt von der Fahrbahn ab, überschlägt sich und bleibt seitlich liegen. Der Fahrer ist Max Neuhauser, der 1. Kassier der Feuerwehr Nußdorf. Er stirbt noch an der Unfallstelle. Pfarrer Jakob Wandinger sagt beim Begräbnis: “Es war wohl nicht der schlimmste, aber der schrecklichste Einsatz für die Feuerwehrhelfer.” Max Neuhauser war 15 Jahre Kassier des Feuerwehrvereins.
Anfang Juli 1993 veranstalten die Aktiven der Feuerwehr erstmals das “Nußdorfer Bulldog- treffen.” 118 alte Traktoren aus sechs Jahrzehnten werden von den Besitzern ausgestellt. Höhepunkt des Tages ist ein Wertungsziehen der verschiedenen PS-Klassen. Mehr als 1000 Besucher bestaunen die Oldtimer bei ihrer Rundfahrt durch den Ort. Seitdem ist das Bulldogtreffen zu einem festen Highlight in den Kalendern aller Oldtimerfreunde geworden. Alle 2 Jahre findet seither die Veranstaltung statt und wurde zusätzlich um Mopeds und Schnaggein erweitert.

Am 6. Januar 1995 wird der bisherige 1. Kommandant Hans Gnadl zum Kreisbrandmeister berufen. Er war 16 Jahre “Chef der Aktiven” der Freiwilligen Feuerwehr Nußdorf. Willi Müller wird von der Aktivenversammlung zu seinem Nachfolger und zum 1. Kommandant gewählt. Am 1.1.2000 tritt Hans Gnadl die Nachfolge von Englbert Deininger als Kreisbrandrat für den Landkreis Traunstein an.
Von 27. bis 31. Juli 1996 begeht die Freiwillige Feuerwehr Nußdorf das 125-jährige Vereins- jubiläum mit einem großen Fest zu dem rund 80 Feuerwehrvereine mit ihren Abordnungen zu Gast sind.

Am 12. Juli 2003, im 132. Jahr ihres Bestehens, ist die Feuerwehr Nußdorf Ausrichter des Kreisjugendfeuerwehrtages. Mehr als 600 Buben und Mädchen aus fast allen Feuerwehren im Landkreis Traunstein nehmen daran teil.

Heute erfüllt die Freiwillige Feuerwehr Nußdorf eine Vielzahl von Aufgaben im Interesse des Gemeinwohls. Sie kommt in der Gemeinde lebenden Menschen zu Hilfe, wenn sie persönlich in Gefahr und Feuer zu löschen sind, wenn Sachwerte bedroht oder technische Hilfen verschiedenster Art zu leisten sind oder auch wenn es gilt bei Veranstaltungen die Sicherheit der Gäste zu gewährleisten. Darüber hinaus ist die Feuerwehr ein unverzichtbarer „Motor“ des dörflichen und gesellschaftlichen Lebens in Nußdorf, die mit vielerlei Aktivitäten dafür sorgt, dass „etwas los ist – in der Mitte-Landkreis-Gemeinde.“ pv.